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Ein Einblick in den Taboola Publisher Product Council: Wie KI die Zukunft des Open Web prägt

Seit fünf Jahren veranstaltet Taboola jährlich den Publisher Product Council: ein Forum für unsere wichtigsten Publisher-Partner:innen aus der ganzen Welt. Hier lernen sie Taboolas neueste Produkte kennen, teilen Einblicke sowie Ideen und können gemeinsam über aktuelle Branchenthemen diskutieren.

Die jüngste Sitzung befasste sich mit der Frage, wie das Open Web KI nutzen kann, ohne die Kontrolle, das Vertrauen oder die Monetarisierung von Publishern zu beeinträchtigen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand DeeperDive, Taboolas KI-gestützte Antwort-Engine für das Open Web. Geleitet wurde die Session von Kurt Gessler, Staff Product Manager im DeeperDive-Team, der über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Leitung digitaler Produkte und Strategien bei führenden Publishern mitbringt.

In der einstündigen Sitzung erläuterte Kurt, welche Erkenntnisse DeeperDive über Verhalten, Engagement und Umsatz liefert, wenn generative KI direkt in die Plattformen der Publisher integriert wird.

Die Herausforderung der KI meistern

Der Aufstieg generativer KI wird gleichzeitig als potenziell verheerende Bedrohung und als seltene Chance für Publisher im Open Web gesehen. Da die KI-Investitionen 2025 1,5 Billionen US-Dollar überstiegen, der Suchverkehr sank und sich neue Verhaltensweisen von Nutzer:innen herausbildeten, stellt sich nun nicht mehr die Frage, ob KI die Art und Weise verändert, wie Menschen Informationen entdecken und konsumieren, sondern wer von diesem Wandel am meisten profitiert.

Taboola arbeitet daran, dass Publisher eine zentrale Rolle in der KI-gesteuerten Zukunft von Suche und Informationsfindung spielen, indem sie ihren vertrauenswürdigen Journalismus und ihre Markenautorität nutzen, um Verbraucher:innen in den frühen Phasen ihrer Entscheidungsfindung zu erreichen.

DeeperDive: KI-Antworten, basierend auf vertrauenswürdigem Journalismus

DeeperDive ist Taboolas Antwort auf die wachsende Nachfrage der Leser:innen nach sofortigen, dialogbasierten Antworten auf alle Fragen. Direkt in die Websites der Publisher eingebunden, ermöglicht diese Funktion den User:innen, Fragen zu stellen (oder aus Vorschlägen auszuwählen) und KI-generierte Antworten zu erhalten, die ausschließlich auf den Inhalten des jeweiligen Publishers basieren.

Anstatt Nutzer:innen auf externe Plattformen zu lenken, ist DeeperDive darauf ausgelegt, die Kommunikation (und den Mehrwert) innerhalb des Verlags-Ökosystems zu halten. Dabei werden relevante Artikel hervorgehoben und ein tieferes Verweilen auf der Website gefördert.

DeeperDive wurde bereits auf mehreren Publisher-Seiten eingeführt, darunter sechs, auf denen es bei 100 % des Traffics erscheint, wie beispielsweise USA Today, Daily Star und India Today.

Für Publisher entwickelt: Geschwindigkeit, Sicherheit und IP-Kontrolle

Während des Treffens sprach Kurt einige der Herausforderungen an, auf die das Team bei der Entwicklung und Optimierung von DeeperDive gestoßen ist. Ziel war es nicht nur, eine KI-Anwendung bereitzustellen, sondern eine KI zu entwickeln, die im großen Maßstab für Publisher funktioniert – ohne Kompromisse bei Performance, Markensicherheit oder Urheberrechten.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Die Bedeutung einer modellunabhängigen Architektur, die es DeeperDive ermöglicht, sich schnell an die Weiterentwicklung der LLM-Technologie anzupassen.
  • Deutliche Optimierungen von UX und Performance, die die Ladezeiten von Antworten bei häufigen Anfragen von zweistelligen Werten auf nahezu sofortige Ergebnisse reduzieren und die Bounce-Rates drastisch senken.
  • Der Einbau robuster Schutzmechanismen und die Einbindung menschlicher Qualitätskontrolle gewährleisten Markensicherheit, Genauigkeit und Relevanz.
  • Klare Zusicherungen bezüglich der Urheberrechte: Publisher-Artikel werden weder gespeichert, wiederverwendet noch zum Trainieren von Modellen verwendet. Publisher behalten somit jederzeit die volle Kontrolle über ihre IP-Rechte.

Höheres Engagement, stärkere Monetarisierung

Sechs Monate nach dem Start von DeeperDive zeigen die Ergebnisse aus dem Live-Einsatz auf Publisher-Websites einen signifikanten Einfluss auf Engagement und Umsatz:

  • Nutzer:innen, die DeeperDive nutzen, generieren mehr Seitenaufrufe pro Sitzung, kehren häufiger zurück und zeigen eine höhere Kundenbindung.
  • Der Umsatz pro tausend Kontakte (RPM) und der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer:in (ARPU) sind deutlich höher, wobei DeeperDive-Nutzer:innen einen fast dreimal höheren Umsatz pro Nutzer:in liefern.
  • Die vorgeschlagenen Fragen haben sich als entscheidend erwiesen und die Klickraten um das Sechsfache im Vergleich zu reinen Texteingabefeldern.

Wichtig ist, dass die Kannibalisierung bestehender Taboola-Placements oder anderer DSP-Positionen minimal war. Dies unterstreicht das Potenzial von DeeperDive als inkrementelle Umsatzquelle für Digital-Publisher.

Leserfragen in redaktionelle Erkenntnisse verwandeln

Einer der größten Vorteile von DeeperDive sind die mit diesem Tool erfassbaren Daten zur Leserabsicht. Auf den teilnehmenden Websites werden täglich Zehntausende Fragen gestellt. So entsteht ein Echtzeit-Einblick in die Themen, die das Publikum bewegen, verunsichern oder zu denen es Klärungsbedarf hat.

Die bisherigen Daten zeigen, dass Leser:innen vorwiegend praktische und zeitkritische Fragen stellen. Häufige Themen sind:

  • Wetter und lokale Gegebenheiten
  • Verbraucher- und Finanzthemen
  • Gesundheit und Wohlbefinden
  • Unterhaltung und Promi-News
  • Sport und wichtige Live-Events

Ein kleines, aber aussagekräftiges Beispiel dafür, wie neu diese KI-Interaktionen noch sind: Die häufigste Freitextanfrage war bisher ein einfaches „Hallo“. Dies unterstreicht, dass Leser:innen erst lernen müssen, mit KI zu interagieren. Daher sind durchdachte Anregungen und Fragenvorschläge entscheidend für eine sinnvolle Interaktion.

Publisher nutzen bereits die Intent-Daten der Nutzeranfragen, um:

  • Inhaltslücken jenseits traditioneller Seitenaufrufzahlen zu identifizieren
  • Die Entwicklung und Aktualisierung von Artikeln zu optimieren
  • Aufkommende Themen frühzeitig zu erkennen

In einem während der Sitzung vorgestellten Beispiel führten Erkenntnisse aus gebündelten Leserfragen direkt zur Erstellung eines neuen Artikels, der mehrere Tage lang zu den erfolgreichsten Beiträgen zählte. Dies verdeutlicht, wie Fragen von Leser:innen direkt redaktionelle Wirkung erzielen können.

DeeperDive: Was kommt als Nächstes?

Mit Blick auf die Zukunft erläuterte Kurt eine Reihe von Forschungsbereichen, in denen sich DeeperDive weiterentwickeln könnte. Taboola steht in engem Austausch mit führenden Publishern und Produktstrateg:innen darüber, wohin sich KI-gestützte Erlebnisse im Open Web entwickeln werden.

Zu den vorgestellten Möglichkeiten gehörten:

  • Tools, die Redaktionen einen besseren Einblick in Fragen und Intentionen von Leser:innen ermöglichen
  • Erweiterung des Nutzererlebnisses um Audio- und Videoinhalte, einschließlich Transkripten und sprachbasierter Interaktionen
  • Integration strukturierter Datenquellen wie Wetter-, Verkehrs- oder Marktdaten, um Fragen mit präzisen Fakten zu beantworten.

Wie schon bei der ersten Einführung von DeeperDiver wird jede künftige Ausrichtung durch das Feedback der Publisher, die tatsächliche Performance und den kontinuierlichen Fokus auf vertrauenswürdige, qualitativ hochwertige Nutzererlebnisse geprägt sein, die auf journalistischer Qualität basieren.

Eine gemeinsame Vision für das Open Web

Der Publisher Product Council bekräftigte die zentrale Idee, dass KI den Publishern keinen Mehrwert entziehen muss. Im Gegenteil: Gemeinsam entwickelt und verantwortungsvoll eingesetzt, kann sie sogar Mehrwert schaffen. Durch die direkte Integration von KI-Funktionen in die Inhalte der Publisher-Seiten bietet DeeperDiver einen Einblick in eine Zukunft, in der Journalist:innen und Technologie zusammenarbeiten, um bessere Nutzererlebnisse und nachhaltiges Wachstum für Publisher zu ermöglichen.

Wir stehen noch am Anfang, aber die Chance für Publisher, die nächste Ära des Open Webs mitzugestalten, war nie größer.

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